Abenteuer Detox – meine 3-tägige Saftkur

Ich muss zugeben, wenn ich mir so meine Social Media Aktivitäten anschaue, dreht sich in der Regel alles um das Essen. Die Accounts, denen ich auf Instagram und YouTube folge und auch die Blogs, die ich gerne lese, enthalten in der Regel zu mehr als 50% Inhalte über das Essen. In den letzten Monaten bin ich dabei des Öfteren auch auf das Thema „Detox“ gestoßen und gleichzeit las ich immer häufiger den Begriff „Saftkur“. Ich fand heraus, dass man sich bei einer Saftkur Tagelang nur von Säften und bestenfalls Wasser ernährt. Gar keine feste Nahrung? Wow! Dachte ich – das kann ich doch auch… oder?

Fast zeitgleich wurde ich von Kale&Me kontaktiert, ob ich nicht Lust hätte die 3-Tages Kur zu testen. Als hätten sie meine Gedankengänge erhört. Ein NEIN kam mir daher gar nicht erst in den Sinn. Nur wann sollte ich das machen. 3 Tage ohne Essen? Fakt ist – einen perfekten Zeitpunkt für den Start der Kur gibt es nicht. Da ich einen Bürojob habe, entschied ich mich für den Start der Kur unter der Woche, genauer gesagt an einem Montag.

Die Bestellung

Auch wenn die Säfte vier Wochen halbar sind, sollte man diese doch kurzfristig bestellen, damit sie wirklich frisch verzehrt werden. Hierzu könnt ihr die Kur online im Voraus für euren Wunschtermin bestellen. Per DPD konnte ich den genauen Weg meines Paketes verfolgen. Ich hatte mir vorher schon total den Kopf gemacht, wie schwer das Paket wohl sein wird, man kann es aber grob überschlagen: 18 Säfte á 320 ml = 5,8 kg etwa plus Verpackung. Auf dem Paket waren letztendich 8 kg angegeben. Ich denke das kommt hin 🙂

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Das Paket kam pünkltich zu meinem Wunschtermin an und war sehr interessant verpackt. Nämlich mit umweltfreundlichen Naturstroh und einem Eisbeutel – Tipp: Hebt euch diesen auf 😉 Trotz der langen Reise von Hamburg nach Frankfurt, waren die Säfte immer noch kühl, worüber ich sehr froh war. Also direkt ab in den Kühlschrank damit und auf den Montag warten.

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Die Vorbereitung

Wie ich bereits sagte, gibt es keinen perfekten Zeitpunkt für die Saftkur. Beim Blick in meinem Kalender musste ich feststellen, dass ich wie immer total durchgetaktet bin. Hinzu kommt, dass ich „eigentlich“ an dem Wochenende vor der Kur entspannen und nur Obst und Gemüse essen wollte, so wie es auch empfohlen wird. Den Samstag waren wir allerdings spontan im Europapark und am Sonntag auf einer Konfirmation, sodass ich am Samstagabend Burger und Süßkartoffelpommes bei Hans im Glück und Sonntag Kartoffelklöße mit Rahmsoße und zwei Stück Kuchen gegessen habe. Sonntagabend gab es dann aber nur noch eine kleine Portion Popcorn für mich und das war dann erst einmal die letzte Mahlzeit für die kommenden 72 Stunden.

Die Säfte

In Summe trinkt man über den Tag verteilt sechs verschiedene Säfte, die insofern aufeinander abgestimmt sind, dass sie alle wichtigen Vitamine und Nährstoffe enthalten, um drei Tage lang optimal versorgt zu sein. Hier eine Übersicht der Säfte:

#1 – PAMELA PINE | Apfel, Ananas, Gurke, Zitrone, Minze
#2 – CATIE CARROT | Apfel, Karotte, Zitrone
#3 – AL AVOCA | Ananas, Spinat, Avocado, Zitrone
#4 – ROSIE ROOTS | Apfel, Karotte, Rote Beete, Zitrone, Ingwer
#5 –  KALVIN KALE | Apfel, Gurke, Staudensellerie, Zitrone, Grünkohl, Spinat
#6 – AMY ALMOND | Wasser, Mandel, Dattel, Himalaya Salz

Die Säfte haben mir alle geschmeckt, außer Saft #4, da ich Rote Beete leider überhaupt nicht mag. Durch die Zitrone, die in allen Säften (außer #6) steckt, sind alle Säfte aber sehr erfrischend und wenn ihr sie richtig schön gekühlt trinkt bekommt ihr jeden Saft schnell runter. Mein Lieblingssaft ist auf jeden Fall die #1 und wenn ich eine Reihenfolge vergeben müsste wäre sie wie folgt: #1 – #2 – #3 – #6 – #5 – #4 😉

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Kosten

Die Kur von Kale&Me kostet für die 3 Tage 79,00 €, was nach meiner Recherche vergleichsweise günstig ist. Man muss aber auch dazu sagen, dass andere Hersteller, wesentlich mehr Inhalt liefern und daher auch höhere Preise zustande kommen. In der Regel enthalten nämlich die Säfte von anderen Kuren einen Inhalt von 500 ml, während es bei Kale&Me jeweils 320 ml sind.

Tag 1 – Ist doch alles easy

Am ersten Tag bin ich mit einer Mischung aus Vorfreude und Neugier aufgestanden. Ich habe mich an dem morgen bereits sehr gut gefühlt, was denke ich eine gute Basis für den Start war. Für mich war es allerdings erst einmal komisch, sich immer wieder daran erinnern zu müssen, dass man nichts essen darf bzw. soll. Da ich in der Regel nicht frühstücke habe ich den ersten Saft um 9 Uhr getrunken und dann immer nach zwei Stunden den nächsten. An der Arbeit war an dem Tag viel los, daher habe ich mir alle zwei Stunden einen Reminder in den Kalender gesetzt. Somit wurde ich Dank Outlook immer freundlich an meinen nächsten Saft erinnert. Die Zeit zwischen den Säften verging am ersten Tag wie im Flug, zwischendrin habe ich auch noch Wasser in rauen Mengen getrunken, was dazu führte, dass ich Stammgast auf dem WC wurde. Ganz schön stressig, dachte ich mir, ABER immerhin fiel es mir super einfach, ich fühlte mich wunderbar. Hunger hatte ich nicht einmal, einzig das Kau-Gefühl fehlte mir. Zuerst wollte ich mir mit einem Kaugummi weiterhelfen, im Internet fand ich aber den Hinweis, dass dies eher kontraproduktiv sei und verwarf den Gedanken gleich wieder. Tag 1 – Erfolgreich gemeistert!

Tag 2 – Könnt ihr bitte woanders essen?

Auch der zweite Tag verlief erst einmal völlig easy. „Soo schwierig ist das hier alles nun wirklich nicht“, dachte ich… Bis meine Kollegin mit ihrer Pizza ins Büro kam und ich durch den leckeren Duft doch sehr große Lust auf etwas deftiges bekam. Aber es war wieder mal kein Hungergefühl, sondern erneut Appetit und die Lust etwas zu kauen. Um mich abzulenken bin ich in unseren Bistro-Bereich gegangen und habe mir Tee gemacht, damit mal etwas Warmes in meinem Bauch landet. Ansonsten haben mir auch am zweiten Tag die Outlook-Reminder geholfen, die 2-Stündigen Abstände beinahe exakt einzuhalten, wobei ich schon gemerkt habe, dass ich den Abstand von 2 Stunden locker ausbauen könnte. Aber ich bin ja ein Mensch, der gerne für alles einen Plan hat, von daher hat mir das sogar schon fast Spaß gemacht, zu timen, wann ich was trinken muss. Zuhause angekommen hat Flo sich wieder sein Abendessen zubereitet und ich muss sagen, an diesem Abend fiel es mir schon echt richtig schwer kein richtiges Abendbrot zu haben. Aus Trotz (nicht aus Hunger) habe ich mir deswegen eine Tasse heißes Wasser gemacht und einen Teelöffel Bio-Gemüsebrühe reingetan. Ich muss sagen, die Tatsache, dass alle anderen um einen herum einfach essen, ist glaube ich das schlimmste an der ganzen Kur. Hier hätte ich mir einen Detox-Partner gewünscht, mit dem ich abends auf der Couch sitzen und gemeinsam den letzten Saft trinken könnte. Aber Flo hat mir in meinen schwachen Momentan auch immer ganz lieb Mut zugesprochen 🙂

Tag 3 – Ein Schokobrunnen? Das ist doch wohl ein Scherz!

Da ich mich vor der Kur bereits durch einige Blogs gelesen habe, um möglichst viel über die Kur zu erfahren, dachte ich, dass der dritte Tag am einfachsten sein wird. Am letzten Tag der Kur stand bei mir eine Messe an. Sprich um 5 Uhr morgens aufstehen, Anreise zur Messe, Stand aufbauen, 8 Stunden lang stehen und Gespräche führen und kaum eine Ruhepause. Hinzu kommt, dass es auf den Messen immer wahnsinnig leckeres Essen gibt. Beim Frühstücksbuffet habe ich einfach mal vorbei geschaut und war daraufhin ziemlich traurig, dass ich mir nichts von den leckeren Pancakes, Wraps, Brötchen, Müsli etc. nehmen konnte. Aber mein Lieblingssaft des Tages wartete auf mich und so habe ich mich mit einem Tee und dem Saft zu meinen Kollegen gesetzt. Schlimmer wurde es beim Mittagessen. Den zweiten Saft hatte ich bereits Zwischendurch immer mal unauffällig am Stand getrunken, den dritten habe ich mir dann in den Pausenraum genommen. Ich hatte mir extra geschworen nicht bis zum Buffet zu gehen, um die leckeren Gerichte gar nicht erst anschauen zu müssen. Allerdings waren zwischenzeitlich am Eingang zum Pausenraum, wo zum Frühstück noch Kaffee und Tee stand einfach mal zwei Schokoladenbrunnen mit Früchten aufgebaut. In dem Moment hätte ich glaube ich am liebsten geweint. Aber nichts anmerken lassen, die bemitleidenden Blicke meiner Kollegen ignoriert und mich an den Tisch gesetzt. Dort habe ich dann mit meinem Saft auf meine Kollegen gewartet und gesehen, dass es am Buffett auch eine Gemüsesuppe gab. Und ja, ich habe mir dann davon ein kleines Schälchen gegönnt. Ich glaube ohne Suppe, hätte ich den Tag nicht weiter überstanden. Es war definitiv grenzwertig durch den Stress und mit Blick auf all die Leckereien nur einen Saft trinken zu dürfen. Innerlich habe ich mir schon sämtliche Gerichte ausgemalt, die ich ab Tag vier wieder essen werde, dadurch hat sich die Laune wenigstens ein bisschen gebessert. Den restlichen Tag habe ich dann auch ohne weitere Schmachtblicke überstanden, das Abendbuffet habe ich direkt ausfallen lassen. Wir hatten ja Tanzkurs am Abend, somit hatte ich eine gute Ausrede nicht hinzugehen 🙂

Der Tag danach

Heute ist Donnerstag, einen Tag nach der Kur. Ich fühle mich gut und gefühlt irgendwie „straffer“, kann aber sonst keine besonderen Veränderungen bemerken. Ich habe mich einfach nur tierisch auf mein Mittagessen gefreut, das Frühstück habe ich nämlich wieder traditionell ausgelassen. Es ist schon der Wahnsinn, wie sehr man sein Essen bzw. feste Nahrung, durch eine 3-Tägige Abstinenz zu schätzen lernt. Ich werde mich jetzt mal langsam wieder herantasten und freue mich heute Abend schon riesig auf meine Portion Popcorn mit Salz und das Finale von GNTM 🙂

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Fazit

Sehr oft wurde ich gefragt, warum ich diese Kur gemacht habe. Ich muss gestehen, hauptsächlich aus reiner Neugier. Da ich immer an Neuem interessiert bin und gerne mal Trends mitmache, war ich einfach sehr gespannt, ob auch ich irgendwelche Veränderungen spüren werde. Für mich war die Kur auf gar keinen Fall zum Abnehmen oder als Start in eine Diät gedacht. Was soll ich sagen, ich habe durch die Kur weder positive noch negative Auswirkungen gespürt. Ich habe mich im Wesentlichen gefühlt wie immer. Die Kur hat mir jedoch ein besseres Gespür für mein Hungergefühl gegeben. Dadurch kann ich jetzt viel besser differenzieren, wann ich wirklich Hunger habe und wann nur Appetit oder Lust aufs Essen. Meine Hauptlast ist wirklich, dass ich vor allem an der Arbeit sehr viel nebenher knabbere. Hiermit meine ich nicht Gemüse-Sticks, sondern ungesunden Kram.

Außerdem wollte ich mir selbst beweisen, dass ich die Disziplin habe und mich einer solchen Herausforderung (ja für mich war es definitiv eine Herausforderung!) stellen kann. Da es nun auch so langsam auf den Sommer zugeht, werde ich die Kur mal wieder als Startschuss nehmen, um auf Zucker (vor allem Süßigkeiten etc). zu verzichten und wieder richtig clean und gesund zu essen. In den letzten Monaten habe ich das nicht allzu ernst genommen und wirklich immer gegessen wonach mir war. Ich werde mir auf keinen Fall etwas verbieten, aber möchte einfach statt zum Kinder Bueno mal lieber zur Möhre greifen!

Solltet ihr noch Fragen haben, könnt ihr sie mir gerne in den Kommentaren stellen 🙂

9 Replies to “Abenteuer Detox – meine 3-tägige Saftkur”

  1. Hallihallo, hast du durch die Kur auch abgenommen oder ist das Gewicht gleich geblieben?
    Liebe Grüße Anni 🙂

    1. Hallo liebe Anni, wir haben keine Waage zuhause.. daher weiß ich es gar nicht – sorry 😀

  2. Hallöchen,

    das mit dem Gewicht hätte mich auch interessiert 😀 aber ich würde vermuten, dass da einiges gepurzelt ist. Ich liebäugel auch schon eine Weile mit den Säften und werde das wahrscheinlich mal machen, wenn es um die 30 Grad warm wird. Da sind solche Säfte bestimmt erfrischend und da esse ich nicht gerne so deftig. Vielleicht fällt es so allgemein noch etwas leichter =)

    danke für dein Feedback zu der Saftkur.

    1. Hallo liebe Gabi, im Sommer kann ich mir die Kur auch bestens vorstellen. Eisgekühlt sind die Säfte wirklich sehr erfrischend, vor allem durch die Zitrone, die in fast allen Säften enthalten ist. Und ja, richtig Hunger hat man im Sommer auch nie so wirklich 😉

  3. Hallo,

    Kann man die Säfte nicht einfach selbst nach machen?

    Liebe Grüße

    1. Hallo Sabine, selber machen kann man die Säfte mit Sicherheit. Ob das nun einfach geht, weiß ich leider nicht. Wir haben nur eine kleine Küche und ich bin froh über jedes Küchengerät, was wir nicht benötigen. Zumal so ein Entsafter auch nicht gerade einfach zu reinigen ist. Ich glaube der Aufwand ist schon relativ hoch, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich nutze meine Zeit lieber anderweitig 🙂 Liebe Grüße

  4. Sehr schöner Bericht, habe schon mehrere Saftkuren auf Instagram ‚verfolgt‘. Wie war es bei dir mit der Säure in den Säften? Ich habe eine Zeit lang zum Frühstück (grüne) Smoothies getrunken und mein Magen hat die Säure am Morgen irgendwie überhaupt nicht mitgemacht…

    1. Danke liebe Sabrina, also in jedem Saft außer dem letzten ist Zitrone enthalten. Meinem Magen hat das nichts ausgemacht, aber nach dem 5. Saft habe ich den Zitronensaft schon auf der Zunge gespürt. Aber ich war teilweise froh, über den Anteil der Zitrone, da die Säfte dadruch alle sehr erfrischend waren 🙂

  5. Hallo Carina,
    danke für diesen ausführlichen Beitrag. Ich möchte auch gerne eine Saftkur machen, aber ebenfalls nicht weil ich abnehmen möchte oder irgendwie so etwas in der Art. Der gesundheitliche Effekt bei einer Freundin von mir war enorm. Ich denke, dass du weder positive noch negative Auswirkungen gespürt hast, weil du sowieso sehr gesund lebst 😀
    Ich denke ich werden auch die Kur von Kale&Me ausprobieren. Danke!

    viele Grüße
    Joana

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