50 Tage im Hotel

… und es werden noch ein paar mehr dazu kommen. Auf Instagram habt ihr es vielleicht schon mitbekommen: Flo und ich „wohnen“ nun seit dem 19. Juli im Hotel, da unsere Wohnung aktuell nicht bewohnbar ist. Wie es dazu bekommen ist und wie es sich dauerhaft im Hotel lebt erz├Ąhle ich euch heute ­čÖé

Angefangen hat alles mit einem etwa Handfl├Ąchen-gro├čem dunklen Fleck an unserer Schlafzimmerwand. Nachdem wir unserer Hausverwaltung die „wohlm├Âglich feuchte“ Stelle meldeten, wurde erst einmal versucht herauszufinden, woher das Wasser kommt und wie gro├č der Schaden ist. Schnell stellten die Handwerker fest, dass das Rohr, aus dem das Wasser f├╝r die WC-Sp├╝lung kommt, undicht ist. Das Wasser konnte somit fr├Âhlich in die Wand hinein tropfen. Zun├Ąchst wurde daher erst einmal unsere Toilette entfernt und das Rohr ausgetauscht. Soweit so gut und auch kein Problem f├╝r uns, da wir auch ein G├Ąste WC haben, das wir benutzen konnten. Im n├Ąchsten Schritt sollten wir Trocknungsger├Ąte in das Badezimmer gestellt bekommen, damit die Feuchtigkeit in der Wand heraus geht. Nach einer weiteren Besichtigung der Handwerker wurde allerdings festgestellt, dass sich bereits Schimmel in der Wand gebildet hatte. Tja und die Entfernung des Schimmels zog somit eine Desinfektion sowie eine komplette Sanierung des Badezimmers mit sich.

Zu dem Zeitpunkt konnten wir uns gar nicht wirklich vorstellen, was es letztendlich f├╝r uns hei├čen sollte. Freundlicherweise wurden wir aufgekl├Ąrt, dass die Handwerker etwa 4 Wochen f├╝r die Ma├čnahmen ben├Âtigen werden und wir in dieser Zeit nicht in der Wohnung leben k├Ânnen, weil nicht nur das Bad unbenutzbar ist, sondern auch das Wasser in K├╝che und Bad abgestellt werden wird – ergo: kein Kochen und Geschirr sp├╝len, kein duschen, kein Toilettengang, kein Blumen gie├čen …

Also gut dachten wir uns, vier Wochen Hotel – kann bestimmt auch ganz lustig werden. Den Termin legten wir dann extra so, dass unser Urlaub auf Mallorca am Ende der Bauma├čnahmen liegt und wir somit nur drei Wochen im Hotel verbringen m├╝ssen, eine Woche im Urlaub verbringen werden und anschlie├čend erholt und braun gebrannt in unsere Wohnung mit frisch renoviertem Bad zur├╝ckkehren k├Ânnen. Gut, das war ein Satz mit X das war wohl nix. Aktuell befinden wir uns offensichtlich in Woche 8. Wie das nun mal immer so ist, gibt es eben immer mal wieder Komplikationen. Stand der Dinge ist, dass wir – wenn alles gut geht – in KW 38 in unsere Wohnung zur├╝ck k├Ânnen. Wir sind gespannt ­čÖé

Aber kommen wir mal zu den wirklich interessanten Themen.

Wie lebt es sich eigentlich im Hotel?

Wir wollten es unbedingt wissen – jetzt haben wir den Salat. Spa├č beiseite! Es handelt sich hierbei nat├╝rlich um meckern auf einem sehr hohen Niveau. Wir sind froh, dass wir das Hotel inkl. Halbpension gestellt bekommen. Nichts desto trotz leben wir seit zwei Monaten zu zweit in einem Zimmer. F├╝r die ein oder andere Beziehung sicherlich eine Zerrei├čprobe. Gl├╝cklicherweise sind Flo und ich uns bisher noch nicht auf den Keks gegangen ­čśÇ

Das wirklich gute ist, dass unser Hotel und unsere Wohnung sehr nah bei einander liegen und wir theoretisch jederzeit auch in unsere Wohnung reingehen k├Ânnen. Wir k├Ânnen sogar unsere W├Ąsche zuhause waschen, da sich die Waschmaschine an einem anderen Wasserkreislauf befindet, welcher nicht abgestellt wurde. Sonst k├Ânnen wir aber auch nicht viel zuhause machen. Sobald man mal f├╝r kleine K├Ânigstiger muss, sp├Ątestens dann muss man wieder woanders hingehen. Und ihr glaubt gar nicht, wie oft man doch etwas Wasser ben├Âtigt. Sei es nun zum trinken oder zum H├Ąnde waschen.

Erst diese Woche ist mir auch erst einmal bewusst geworden, dass wir gerade mal neun Monate in unserer Wohnung leben. Am 01.12.2016 sind wir in unsere Wohnung eingezogen. Und von diesen neun Monaten konnten wir bereits zwei Monate lang nicht darin leben. Das ist beinahe ein Viertel der Zeit – ich Mathe Genie. Nahezu den gesamten Sommer haben wir nicht „daheim“ verbringen und dabei gar nicht auf unserer sch├Ânen, gro├čen Terrasse sitzen k├Ânnen.

Wie bereits erw├Ąhnt k├Ânnen wir leider seit den Bauma├čnahmen auch nicht mehr kochen und so langsam kann ich die Restaurants hier in der Umgebung ehrlich gesagt auch nicht mehr sehen. Aber um vielleicht mal ein paar Vorteile am Hotelleben zu nennen, hier die sch├Ânen Seiten:

  • Wie von Zauberhand wird euer Bett jeden Tag gemacht
  • Eure Handt├╝cher werden t├Ąglich h├╝bsch und ordentlich aufgeh├Ąngt, sowie in regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden gegen frische ausgetauscht
  • Die Toilette, die Dusche und das Waschbecken erstrahlen dauerhaft in einem Glanz, ohne dass ihr auch nur einen Finger daf├╝r krumm machen m├╝sst
  • Die kostenfreie Minibar wird Tag f├╝r Tag wieder mit einer Flasche Apfel-, Orangensaft, Cola und Wasser aufgef├╝llt
  • Wenn ihr mal richtig faul seid, lasst ihr euch das Essen einfach auf’s Zimmer liefern (haben wir allerdings erst einmal gemacht, war aber ziemlich dekadent)
  • Sofern vorhanden k├Ânnt ihr das – in der Regel leere – Hotel Gym sowie den Wellnessbereich nutzen

Die Liste k├Ânnte ich sicherlich noch um einige Punkte erweitern. Nichts desto trotz freue ich mich doch ehrlich gesagt schon heute riesig auf unser Bett zuhause. Auch das hin und her „gelaufe“ zwischen Hotelzimmer und Wohnung werde ich definitiv nicht vermissen. Nur weil ich eine bestimmte Sache oder ein bestimmtes Kleidungsst├╝ck von „dr├╝ben“ ben├Âtige, die Post holen oder die W├Ąsche aufh├Ąngen muss.

Habt ihr schon einmal l├Ąngere Zeit im Hotel verbracht oder k├Ânntet ihr euch vorstellen so lange in einem Hotel zu wohnen?

 

 

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